Die vorliegende Projektarbeit befasst sich mit der Thematik „Portfolioarbeiter – catch me if you can?“ und geht der Frage nach, welches (Selbst-)Managementverständnis die Deutschschweizer Portfolioarbeiter haben und wie sie sich managen beziehungsweise managen lassen. Des Weiteren setzt sich die Projektarbeit zum Ziel, die Rolle des Portfolioarbeiters in Innovationssystemen genauer zu beschreiben.
Es wurde die These aufgestellt, dass Portfolioarbeiter wertvolle Schlüsselstellen im Wissenstransfer sind. Sie fungieren als Bindeglied zwischen verschiedenen Organisationen und tragen wesentlich zur Innovationstätigkeit bei. Anhand neun qualitativer Interviews wurde eine Grundlagenforschung zur Thematik erarbeitet. Die Interviews wurden anschliessend mit der Auswertungsmethode „Multi-stage analysis“ nach Prof. Dr. Jens O. Meissner ausgewertet. Daraus wurden folgende Erkenntnisse abgeleitet:
Der Begriff des Portfolioarbeiters ist keine eigentliche Berufsbezeichnung. Vielmehr bezieht er sich auf eine spezifische Arbeitsform oder -einstellung. Der Portfolioarbeiter ist eine hoch- qualifizierte Arbeitskraft. Er arbeitet an mehreren Projekten gleichzeitig und oft für mehr als einen Auftraggeber. Es ist festzuhalten, dass es nicht nur einen richtigen Weg zum Portfolioarbeiter gibt. Trotzdem besitzen sie oftmals ähnliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Charakteristiken. Der Portfolioarbeiter ist meist eine sehr flexible Person. Er kann sich jeder Situation anpassen. Ausserdem ist der Portfolioarbeiter eine kreative, ideenreiche und innovative Person. Um diese Kreativität ausleben zu können, benötigt er jedoch ein grosses Mass an Freiheit. Er hält sich kaum an gängige Arbeitszeiten und ist nur schwer fassbar. Um die verschiedenen Jobs und Projekte zu meistern, greift ein Portfolioarbeiter oft und gerne auf sein Netzwerk zurück. Mit jedem neuen Projekt kann er sein Wissen und sein Netzwerk erweitern. Er nutzt Synergien auch ausserhalb der Unternehmensgrenze. Durch seine Kreativität und seinen Ideenreichtum, steht er oft am Anfang des Innovationsprozesses. Ein Portfolioarbeiter möchte möglichst über sich selber bestimmen und nicht fremdgesteuert werden. Er geht da- her oft den Weg der Selbständigkeit. Er wird durch seinen Drang Neues zu schaffen getrieben und verwirklicht sich damit selber. Ein Portfolioarbeiter identifiziert sich oft stark mit sei- ner Arbeit. Das Mass seiner Identifikation mit einem Projekt entscheidet auch darüber, wie sehr er sich diesem widmet. Wenn sich der Portfolioarbeiter in einem Projekt ausleben kann, leistet er oft auch mehr Arbeit als vertraglich vereinbart ist. Was er jedoch hasst, sind administrative Arbeiten. Diese Abneigung entsteht dadurch, dass administrative Arbeiten erledigt werden müssen, jedoch nicht unmittelbar zum inhaltlichen Ergebnis eines Projektes beitragen. Viele Portfolioarbeiter haben sich daher im Laufe der Zeit rationelle Arbeitstechniken angeeignet. Auch nutzen sie neue Medien gezielt, um die administrative Last zu bewältigen.
Damit kann auch die eingangs formulierte These bestätigt werden, die besagt, dass Portfolioarbeiter wertvolle Schlüsselstellen im Wissenstransfer sind. Als hochqualifizierte und vernetzte Persönlichkeiten fungieren sie als Bindeglied zwischen verschiedenen Organisationen und tragen wesentlich zur Innovationstätigkeit bei.
3. Juni 2011 Lerngruppe 206
Autorenschaft:
Silvan Bättig, Medina Dauti-Mehmedovic, Anela Haskovic, Lilian Prachoinig, Alexandra Romer
Hochschule Luzern – Wirtschaft
Bachelor of Science in Business Administration
Download: Studie Portfolioarbeiter managen – catch me if you can?




